Ein ganz besonderes NRW-Derby

Ein ganz besonderes NRW-Derby


Die Skurios Volleys wollen gegen den Bundesliga-Routinier Aachen erstmals punkten und ihren Fans in eigener Halle ein packendes Match bieten

Ein bekanntes Gesicht kehrt am Samstag in die Meggi zurück: Melisa Nafia Demirer, in der vergangenen Saison noch als Libera für die Skurios Volleys am Ball, steht inzwischen bei den Ladies in Black Aachen unter Vertrag. Das Wiedersehen dürfte herzlich ausfallen. Doch spätestens um 19.30 Uhr, wenn der erste Aufschlag erfolgt, rückt die Freundschaft für knapp zwei Stunden in den Hintergrund. Denn die Skurios Volleys haben ein klares Ziel: Die ersten Punkte der neuen Bundesliga-Saison sollen her.

Es ist bereits das zweite NRW-Duell innerhalb von zehn Tagen. Nach dem Heimspiel gegen den USC Münster wartet mit Aachen erneut ein Gegner aus der unmittelbaren Nachbarschaft. Und einer, der sich längst in der höchsten deutschen Spielklasse etabliert hat. Seit mehr als einem Jahrzehnt gehören die Ladies in Black zum Bundesliga-Oberhaus. Die Skurios Volleys hingegen sind als letztjähriger Aufsteiger noch immer dabei, sich auf diesem Niveau zu behaupten und weiterzuentwickeln – und das zuletzt durchaus mit einigen Erfolgen.

Dass dabei nicht alles auf Anhieb funktioniert, haben die ersten drei Saisonspiele gezeigt. Nach Niederlagen in Suhl und gegen Münster konnten die Westmünsterländerinnen zuletzt beim VC Wiesbaden aber einen deutlichen Schritt nach vorne machen. Beim 1:3 gelang nicht nur der erste Satzgewinn, im vierten Durchgang fehlte beim Stand von 24:23 sogar nur ein Punkt zum Tiebreak. „Trotzdem war das eine Steigerung, auf die wir aufbauen können“, blickt Trainerin Kira Walkenhorst positiv auf den Auftritt zurück.

Genau dort wollen die Skurios Volleys am Samstag ansetzen. Nach dem kräftezehrenden Auftakt mit drei Spielen innerhalb einer Woche blieb diesmal mehr Zeit für Training, Regeneration und die Vorbereitung auf den nächsten Gegner. „Vor allem wollen wir unser Spiel stabilisieren, wie es zuletzt schon gut gelungen ist“, erklärt Borkens neue Cheftrainerin.

Auch die Gäste aus Aachen warten nach drei Begegnungen noch auf ihre ersten Punkte. Zum Auftakt unterlagen die Ladies in Black dem SSC Palmberg Schwerin mit 0:3, anschließend gab es in Wiesbaden ebenfalls ein 0:3. Beim jüngsten 1:3 gegen den Dresdner SC zeigte die Mannschaft von Trainerin Mareike Hindriksen jedoch eine deutliche Leistungssteigerung und gewann den ersten Satz mit 25:17.

Nach sieben Neuverpflichtungen befindet sich auch Aachen noch in der Findungsphase. Neben Ex-Skurios-Libera Demirer verstärken unter anderem Diagonalangreiferin Rosa Entius aus Dresden, Mittelblockerin Veronika Djokic von Benfica Lissabon und Zuspielerin Svenja Enning aus Leverkusen den Kader. Borkens Trainerin Kira Walkenhorst, die früher mal selbst das Trikot der Aachener trug, erwartet daher eine starke starke Mannschaft, die ganz sicher nicht zu unterschätzen sei..

Besonders dürfte der Abend auch abseits des Spielfelds werden. Zwischen den Fans beider Vereine ist in den vergangenen Jahren eine enge Freundschaft gewachsen. Spätestens seit dem Pokalduell 2022 verbindet die Borkener und Aachener Anhänger weit mehr als die gemeinsame Begeisterung für Volleyball. Man besucht sich gegenseitig, unterstützt sich auf den Rängen und sorgt gemeinsam für Stimmung. Daran wird sich auch am Samstag nichts ändern – selbst wenn auf dem Feld um jeden Ball gekämpft wird.

Personell kann Walkenhorst dabei wieder auf Doreen Luther zurückgreifen, die in Wiesbaden krankheitsbedingt fehlte. Weiterhin passen muss Kapitänin Fabienne Coenders aufgrund ihrer Bänderverletzung.

Für die Skurios Volleys beginnt mit der Partie gegen Aachen die nächste intensive Woche. Bereits am Dienstag sind die Roten Raben Vilsbiburg in der Meggi zu Gast, ehe am Sonntag die Auswärtsfahrt nach Hamburg ansteht. Doch zunächst gilt die volle Konzentration den Ladies in Black. Mit der Unterstützung der heimischen Fans im Rücken soll aus der zuletzt sichtbaren Entwicklung endlich auch Zählbares werden. Oder wie Walkenhorst es formuliert: „Und diesmal dürfen wir gerne auch den letzten Punkt im Spiel machen.“

Text: Thomas Hacker
Foto: Kevin Mattig